Skip to content

Deutscher M&A-Markt knüpft im ersten Quartal 2014 nahtlos ans Vorjahr an

09 April 2014

Dem aktuellen M&A-Index von Allen & Overy zufolge sorgte der internationale M&A-Markt zu Jahresbeginn für Aufsehen, während der deutsche M&A-Markt das Jahr 2014 verhalten begann und im ersten Quartal an die Entwicklung des Vorjahres anknüpfte.
​Zwar bestimmten einige großvolumige, strategisch getriebene Transaktionen das Geschehen. Mittleres und unteres Marktsegment hinkten dieser Entwicklung jedoch noch hinterher. Hier lässt ein deutlicher Aufbruch auf sich warten.

„Der deutsche M&A-Markt befindet sich im internationalen Vergleich aber nach wie vor auf einem überdurchschnittlichen Niveau und ist nicht so stark zurückgegangen wie insbesondere andere europäische M&A-Märkte. Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht der bereits angestoßenen M&A-Prozesse scheint für das Jahr 2014 noch vieles möglich“, so Corporate/M&A-Partner Dr. Michael J. Ulmer von Allen & Overy.

Im ersten Quartal 2014 kam eine der spektakulärsten Übernahmen im deutschen M&A-Markt schließlich doch noch zu einem erfolgreichen Abschluss, als der US-Gesundheitsdienstleister McKesson im zweiten Anlauf seinen Anteil am Stuttgarter Pharmagroßhändler Celesio auf insgesamt mindestens 76 Prozent erhöhen konnte und jetzt mit einem weiteren Übernahmeangebot am Markt ist.

Daneben haben auch andere großvolumige Transaktionen das Geschehen auf dem deutschen M&A-Markt geprägt. „Der Versuch von Volkswagen, die schwedische Tochter Scania für rund 6,7 Milliarden Euro ganz zu übernehmen, erstaunt dabei weniger als die Ankündigung von RWE, das bei RWE Dea gebündelte Öl- und Gasfördergeschäft für rund 5,1 Milliarden Euro an eine Investorengruppe um den russischen Geschäftsmann Michail Fridman abgeben zu wollen“, so Michael J. Ulmer.

Wie bereits im letzten Jahr zeigten sich das mittlere und das untere Marktsegment auch im ersten Quartal 2014 zurückhaltend. Aktiv war hier etwa Bayer, deren Geschäftsbereich CropScience den Erwerb der argentinischen Biagro Group meldete. Für rund 200 Millionen Euro sicherte sich Heidelberger Leben das Skandia Lebensversicherungsgeschäft in Deutschland und Österreich von Old Mutual.

Private Equity-Investoren waren – im Vergleich zur zweiten Hälfte des vergangenen Jahres – im ersten Quartal 2014 weniger aktiv. „Im Hinblick auf derzeit geführte Veräußerungsprozesse sind im Verlauf des Jahres noch bedeutende Transaktionen unter Beteiligung von Finanzinvestoren zu erwarten“, schätzt Michael J. Ulmer ein.

Im Immobiliensektor kam es hingegen im ersten Quartal 2014 bereits zu zahlreichen, teilweise großvolumigen Transaktionen. Deutsche Annington etwa erwarb für rund 970 Millionen Euro ein Portfolio von ca. 11.500 Wohneinheiten von Dewag und kündigte an, bis zum Jahresende die Vitus-Gruppe mit über 30.000 Wohneinheiten im Wert von rund 1,4 Milliarden Euro eingliedern zu wollen. Patrizia erwarb ein hessisches Büroimmobilien-Portfolio für rund 1 Milliarde Euro. 

Der quartalsweise erscheinende M&A-Index von Allen & Overy gibt einen Einblick in die aktuelle weltweite Marktsituation und enthält Einschätzungen von Partnern der Kanzlei. Er wird untermauert durch unabhängige, extern in Auftrag gegebene vierteljährliche Erhebungen zu Anzahl und Wert weltweiter M&A-Transaktionen.

Für eine gedruckte Version des globalen M&A Index und die Deutschlandbeilage wenden Sie sich bitte an Nadja Fersch, Communications Manager, Frankfurt am Main (nadja.fersch@allenovery.com; Tel: +49 69 2648 5555).

Frühere Ausgaben des globalen M&A Index können Sie hier abrufen.